2. Herren Saison 25/26: Drei besondere Momente…
Ich lebe nicht so sehr in der Vergangenheit, und so verschwindet manches, was man im Sport erlebt hat, im Nebel der Vergesslichkeit. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass es in den 49 Jahren, in denen ich mittlerweile den weißen Ball über den Tisch treibe, nicht viele Saisonfinals gab, die so besonders waren wie das, was ich mit der zweiten Mannschaft jetzt erlebt habe. Ursächlich dafür sind sicherlich meine eigene Beteiligung an dem ganzen Geschehen sowie die Gewissheit, Teil einer besonderen Mannschaft gewesen zu sein.
Rene Steinke, Matthias Gläser, Tobias Keitemeier und ich waren im September 2025 in der Kreisliga Nord mit der Hoffnung an den Start gegangen, im oberen Tabellendrittel ein Wörtchen mitzureden. Einen herben Dämpfer gab es dann gleich im ersten Spiel gegen die Auswahl unserer Dritten, das wir mit 4:6 verloren. Das war übrigens auch das einzige Spiel, in dem Rene fehlte. In allen anderen Spielen waren wir komplett. Es sollte zudem das letzte Spiel sein, das in der gesamten Saison verloren ging.
Zur Halbzeit waren wir dann mit 15:3 Punkten zwar Herbstmeister, aber die Meisterschaft war alles andere als ein Selbstläufer.
Die ebenfalls zweiten Mannschaften vom TuS Bramsche, TuS Engter und SV Nortrup waren uns mit nur zwei Minuspunkten Rückstand dicht auf den Fersen. Der Spielplan wurde deshalb auch so gestaltet, dass es genau gegen diese Mannschaften ein furioses Saisonfinale geben sollte. Am 10. April dieses Jahres mussten wir dann in Engter antreten, die mit Heinz Kassenbrock aufliefen und somit top aufgestellt waren. So waren Tobias und ich im Doppel gegen Kassenbrock/Andree ziemlich chancenlos, obwohl wir bis dahin noch kein Doppel verloren hatten. Zum Glück konnten Rene und Matthias die Niederlage ausgleichen. Kassenbrock holte gegen Rene dann auch gleich noch einen Punkt für den Gegner, obwohl Rene sehr gut spielte und sich erst im fünften Satz mit 10:12 geschlagen geben musste. Zum Glück hatten Matthias und ich einen Sahnetag und konnten jeweils beide Einzel gewinnen. Ich hatte im zweiten Einzel gegen Kassenbrock allerdings das Glück, dass er verletzungsbedingt nicht sein bestes Tischtennis spielen konnte. Schließlich endete das Spiel im letzten Einzel mit einer extrem unglücklichen Niederlage von Tobias gegen Frank Langner im fünften Satz mit 11:13. Am Ende stand ein Unentschieden, das uns weiter im Rennen hielt, Bramsche aber die Möglichkeit eröffnete, uns im folgenden Spiel mit einem Sieg die Meisterschaft zu entreißen.
Genau eine Woche später sollte es dann in Bramsche zu einem echten Krimi kommen. Klar war: Wir brauchten mindestens ein Unentschieden, Bramsche musste gewinnen. Die Sporthalle war gut mit Zuschauern gefüllt. Wir erhofften uns einen gewissen psychologischen Vorteil, weil Bramsche den größeren Druck hatte. Diese Hoffnung war nach den Doppeln allerdings schnell dahin, denn Bramsche gewann beide und setzte uns damit gehörig unter Druck. Die Euphorie auf Bramscher Seite war in diesem Moment spürbar. Als Rene dann auch noch sein erstes Einzel gegen Tobias Seitz verlor, lagen wir bereits mit 0:3 hinten. Der Knackpunkt kam dann in meinem Spiel gegen Paul Rauch. Er gewann die ersten beiden Sätze, ich die beiden danach. Im fünften Satz spielte Paul dann wieder stark und hatte beim Stand von 10:7 drei Matchbälle. Im folgenden Ballwechsel gelang es mir, einen fast schon verlorenen Ball im Fallen noch auf den Tisch zu spielen. Hätte Paul diesen Ball zurückgebracht, wäre das Spiel für uns wohl verloren gewesen. Tat er aber nicht! Und dieser Ball wird ihm vermutlich auch heute noch regelmäßig auf die Bettdecke kommen, denn er wurde nervös, ich gewann auch die beiden folgenden Punkte und schließlich das Match mit 13:11. Als Tobias und Matthias ihre beiden Einzel mit bärenstarken Leistungen gewannen und ich auch mein zweites Einzel erfolgreich gestalten konnte, lagen wir plötzlich mit 4:3 vorne. Es war dann an Matthias, der sich gegen Dennis Wulfhorst zwar schwertat, am Ende aber mit 11:8 im fünften Satz gewann und uns das erhoffte Unentschieden sicherte. Weil Rene und Tobias ihre beiden Einzel gegen Paul Rauch und Maurice Pech verloren, stand am Ende ein gerechtes Unentschieden, das uns zunächst mehr half als den Bramschern.
Das Finale bestritten wir dann vier Tage später in unserer Halle gegen Nortrup. Wir wussten, dass wir gewinnen mussten, um die Meisterschaft zu sichern, waren uns aber auch bewusst, dass Nortrup alles daran setzen würde, uns die Suppe zu versalzen. Bramsche hatte kein Spiel mehr und konnte nur noch auf einen Ausrutscher von uns hoffen. Das Spiel lief jedoch von Anfang an wie geschnitten Brot. Wir gewannen beide Doppel und auch die folgenden Einzel ohne große Probleme. Nur Matthias konnte den starken Andreas Gansel nicht in Schach halten und gönnte Nortrup einen Punkt. So wurde die Meisterschaft mit einem souveränen 9:1 unter Dach und Fach gebracht.
Die mannschaftliche Geschlossenheit und ein nervenaufreibendes Finale waren außergewöhnlich und werden mir immer in Erinnerung bleiben.
Super Leistung, Jungs!
14.05.2026, Thomas Kuschel
Toller Bericht! Glückwunsch Jungs